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XHC WHB04B-6: Funk-Handrad an EdingCNC
Eine günstige Alternative zum originalen Eding CNC Handrad – mit voller Tastenbelegung und ohne Änderungen an EdingCNC.

Das Problem
Die Ernüchterung kam beim ersten Anschließen: EdingCNC akzeptiert das Handrad nicht.
Der Grund ist einfach: Die Software erkennt ausschließlich das unter eigenem Namen vertriebene Modell. Dessen USB-Kennung ist fest in der Software hinterlegt und lässt sich über die Einstellungen nicht ändern.
Der erste Lösungsansatz
Der naheliegende Weg war, die hinterlegte Gerätekennung direkt in den Dateien von EdingCNC anzupassen.
Das funktioniert zwar, bringt aber gleich mehrere entscheidende Nachteile mit sich:
Nach jedem Update von EdingCNC werden die Änderungen überschrieben. Die Anpassungen müssen anschließend erneut vorgenommen werden. Durch das Modifizieren der Programmdateien bewegt man sich zudem schnell außerhalb der Lizenzbedingungen der Software.
Für mich war das keine dauerhafte Lösung.
Die bessere Lösung
Statt EdingCNC selbst zu verändern, entstand ein eigenständiges Programm, das parallel zur Steuerungssoftware läuft. Es liest die Eingaben des XHC WHB04B-6 direkt aus und übergibt sie an EdingCNC.
Der entscheidende Vorteil: Die Originalsoftware bleibt vollständig unverändert. Updates können jederzeit installiert werden und das Handrad funktioniert anschließend ohne erneute Anpassungen weiter.
Was das Programm anzeigt

Das Fenster zeigt den Zustand der Steuerung, die aktuelle Position, Vorschub- und Drehzahlkorrektur sowie die Stellung beider Drehschalter. Darunter läuft ein Protokoll mit, in dem jeder Tastendruck und jeder Befehl an die Steuerung samt Rückmeldung steht.
Das Protokoll ist mehr als Zierde: Es macht sofort sichtbar, ob eine Taste angekommen ist und was sie ausgelöst hat. Für die Fehlersuche war es das wichtigste Werkzeug — und es landet zusätzlich in einer Datei, sodass sich ein Ablauf hinterher in Ruhe nachlesen lässt.
Was sich damit bedienen lässt
Der Funktionsumfang entspricht dem, was das Gerät hergibt:
- Verfahren aller Achsen über das Rad, mit Achswahl und Schrittweite von 0,001 mm bis 1 mm je Rastung.
- Vorschub- und Drehzahlkorrektur über dieselben Drehschalterstellungen.
- Referenzfahrt, Nullpunkte anfahren, Spindel ein- und ausschalten, Start, Pause, Stopp und Quittieren direkt über die Tasten.
- Zehn frei belegbare Makrotasten, erreichbar über die Fn-Taste als Zweitbelegung — genau so, wie das Gerät bedruckt ist.
- Das Display am Handrad zeigt die Position aller drei Achsen sowie die beiden Korrekturwerte in Prozent.
Welche Taste was auslöst, steht in einer Textdatei neben dem Programm. Wer eine andere Belegung will, ändert dort eine Zeile; eine Taste ganz abzuschalten ist genauso möglich.
Woran es zwischendurch hing
Drei Dinge haben länger gedauert, als sie sollten.
Die Codes der sechzehn Tasten waren nirgends dokumentiert und ließen sich der Steuerungssoftware auch nicht entnehmen. Am Ende half nur der direkte Weg: ein kleines Aufnahmeprogramm, das jede Taste einzeln abfragt und mitschreibt, was das Gerät sendet. Ein Durchgang, und die Zuordnung stand — mit einer Überraschung, denn eine der Tasten sitzt an einer anderen Stelle in der Reihenfolge, als das Layout vermuten lässt.
Die Spindel ließ sich anschließend einschalten, aber nicht wieder ausschalten. Ursache war, dass ich den Zustand an der falschen Stelle ausgelesen habe — die Steuerung legt ihn anders ab, als die vorhandenen Unterlagen nahelegen. Nachgemessen, korrigiert, seitdem schaltet die Taste in beide Richtungen.
Und die Schrittweite wirkte zunächst erst, nachdem man die Achse gewechselt hatte. Der Grund: Sie wird beim Beginn einer Bewegung einmal festgelegt und lässt sich danach nicht mehr umstellen. Wer am Drehschalter dreht, muss die Bewegung neu aufsetzen — sonst dreht der Schalter ins Leere.
Bewegung wird nicht aus Versehen freigegeben
Das Programm startet in einem Zustand, in dem es ausschließlich anzeigt: Tastendrücke werden protokolliert, aber kein Befehl geht an die Maschine. Die Freigabe erfolgt von Hand und wird noch einmal abgefragt. Auch nach einem automatischen Start bleibt dieser Zustand eingeschaltet.
Startreihenfolge spielt keine Rolle
Ein Handrad-Programm, das erst nach der Steuerungssoftware gestartet werden darf, wäre im Alltag lästig. Deshalb hängt sich das Programm von selbst an EdingCNC: Es wartet, bis die Steuerung läuft, verbindet sich ohne Zutun und löst die Verbindung wieder, sobald EdingCNC beendet wird — danach wartet es erneut.
Das ist nicht nur bequem. Endet die Steuerungssoftware im laufenden Betrieb, gehen alle weiteren Befehle ins Leere, und ohne diese Absicherung reißt das Handrad-Programm mit. Auf Wunsch startet das Programm mit der Anmeldung an Windows mit; wann EdingCNC dazukommt, ist dann gleichgültig.
Fazit
Das Handrad arbeitet an einer Steuerung, die es offiziell nicht kennt — ohne dass an dieser Steuerung etwas verändert wurde. Tasten, Drehschalter, Rad, Korrekturwerte und das Display laufen; geprüft ist das am echten Gerät, dazu kommt eine automatische Testreihe mit sechsundvierzig Prüfungen, die nach jeder Änderung durchläuft.
Offen bleibt dreierlei. Sämtliche Prüfungen liefen bisher im Simulationsbetrieb der Steuerung, das Verfahren an der angeschlossenen Maschine steht also noch aus. Die Umschaltung zwischen Schritt- und Dauerbetrieb wirkt bisher nur auf die Anzeige — das Rad verfährt in beiden Stellungen in Rastungen. Und die zehn Makrotasten rufen derzeit leere Platzhalter auf; was sie tun sollen, muss jeder für seine Maschine selbst hinterlegen.
Die Software gibt es hier noch nicht zum Herunterladen. Sie soll später veröffentlicht werden, sobald der Betrieb an der Maschine ausreichend erprobt ist. Angekündigt wird das über Instagram.